Auf den Spuren der Habsburger – Städtereise nach Wien

Habsburger Geschichte

Geschichte aus Habsburg

Mit der Wahl des Habsburgers Rudolf I. im Jahr 1273 zum deutschen König begann der Aufstieg des bis dahin lediglich regional bedeutenden Fürstengeschlechts der Habsburger zu einer der wichtigsten europäischen Dynastien. In der bald zur Hauptresidenz gewählten Donau-Stadt Wien gibt es zahllose Hinweise auf die Habsburger, die von Rudolf I. bis Karl I. als Erzherzöge und Könige sowie deutsche und österreichische Kaiser fast 650 Jahre Weltgeschichte geschrieben haben.

Steingewordene Habsburg-Geschichte: Die Hofburg

Wer den Spuren der Habsburger im 1. Wiener Bezirk nachspüren will, kann im zentral gelegenen riesigen Gebäude-Komplex der am Heldenplatz gelegenen Hofburg Tage verbringen. Seit Baubeginn im 13. Jahrhundert sind ständig neue Trakte für die hier Hof haltenden Habsburger angebaut worden. Alle Stilrichtungen seit der Gotik bis zur Gegenwart sind in Architektur und Innenbau erkennbar.

Der älteste erhaltene Teil, der ursprünglich als düsterer Wehrbau errichteten und heute als Museum, Bundespräsidentenamtssitz und Nationalbibliothek dienenden Hofburg, ist der im 16. Jahrhundert erbaute Schweizertrakt. Weitere wichtige Gebäude sind unter anderem der als Alterssitz der Witwe von Kaiser Joseph I. (1678-1711) konzipierte Amalientrakt, der Reichskanzleitrakt, in dem der Besucher die Privaträume („Kaiserappartements“) von Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) und seiner berühmten Gemahlin Elisabeth „Sisi“ (1837-1898) besichtigen kann, der Prunksaal der Hofbibliothek, der 1000 qm große Festsaal und der 1997 nach einem Brand aufwendig restaurierte Redoutensaaltrakt. Ebenfalls zur Hofburg gehört die Spanische Hofreitschule und die schlichte Augustinerkirche (14. Jahrhundert), in der die Habsburger und ihr Gefolge regelmäßig Gottesdienst hielten. In den 1860er Jahren wurde mit der Neuen Burg im historistischen Baustil eine Verbindung zur ebenfalls geschichtsträchtigen Ringstraße geschaffen. Ein unbedingtes Muss bei einem Hofburg-Aufenthalt ist der Besuch des Sisi-Museums und der unter anderem die Reichskleinodien bewahrenden Schatzkammer.

Habsburger Pracht in Vollendung: Schloss Schönbrunn

Das in seiner heutigen Vollendung von Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) als Sommerresidenz im damals weit vor den Toren Wiens ländlich gelegenen Hietzing (heute: 13. Wiener Gemeindebezirk) erbaute größte Schloss Österreichs mit seinem außerordentlichen Schlosspark war lange tatsächlicher Mittelpunkt der Gesellschaft und Politik der Donau-Monarchie. Der beeindruckende Barockbau, einer der wichtigsten Profanbauten der Welt, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Franz Joseph I., und mit ihm de facto das alte Österreich, ist hier in Schönbrunn gestorben.

Macht und Vergänglichkeit: Die Kapuzinergruft

Unter der Kapuzinerkirche am Neuen Markt kann die seit 1633 bis heute als Familiengrabstätte dienende Gruft der Habsburger besucht werden. In dem mehrmals erweiterten Gewölbe sind 138 Verstorbene, darunter der als mexikanischer Kaiser hingerichtete Bruder von Franz Joseph I., Maximilian (1832-1867), der sich selbst getötete Kronprinz Rudolf (1858-1889) und seine Mutter Sisi sowie das Kindermädchen von Maria Theresia und einige andere Nicht-Habsburger, in sowohl pompösen Sarkophagen als auch damit seltsam kontrastierenden, betont schlichten Särgen bestattet. Der Leichnam des Herzogs von Reichstadt, Sohn des französischen Kaisers Napoleon I. und dessen Habsburger Ehefrau Marie-Louise, hat, bis zu seiner Umbettung (1940) nach Paris, auch hier gelegen. 2011 fand Otto Habsburg, Sohn des letzten Kaisers Karl I., hier als bisher letzter Habsburger die ewige Ruhe.

Habsburg überall: Schloss Belvedere und Marie-Theresia-Platz

Mit dem Haus Habsburg ebenfalls eng verbunden ist die vor allem aus zwei Großgebäuden bestehende Schlossanlage Belvedere im 3. Wiener Gemeindebezirk , die sich der Feldherr Prinz Eugen Anfang des 18. Jahrhunderts erbauen ließ und die 1755 in Habsburger Besitz überging. 1831, während der in Wien wütenden Cholera-Epidemie, zog sich die kaiserliche Familie hier in ländliche Idylle zurück, um der Ansteckung zu entgehen. Von 1894 bis zu seiner Ermordung 1914, die als Initialzündung für den Ersten Weltkrieg wirkte, lebte Thronfolger Franz Ferdinand im Schloss Belvedere.

Das imposanteste der zahlreichen über die Stadt verstreuten Habsburger-Denkmäler ist sicher das 1888 für Maria Theresia auf dem gleichnamigen Platz an der Ringstraße eingeweihte von Najaden und Tritonen eingerahmte Brunnendenkmal.

Category: Allgemein
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